Nächster Schlag gegen LPT: Zweites Horror-Labor geschlossen

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„Das Schicksal des nächsten Todeslabors ist besiegelt!“, jubeln Aktivisten der „SOKO Tierschutz“ auf Facebook. Nachdem Anfang Februar das Tierversuchslabor in Mienenbüttel endgültig dicht machen musste, hat nun die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg (BGV) dem LPT-Labor in der Hansestadt mit „sofortiger Wirkung die Erlaubnis entzogen, in Hamburg Tiere zu halten.“ 

Weil die Betreiber des Labors in Hamburg-Neugraben „personenidentisch“ mit denen des Standortes in Mienenbüttel seien, denen „schwerwiegende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz sowie weiterer Verstöße gegen Dokumentations- und Genehmigungspflichten“ nachgewiesen wurden, sei „die tierschutzrechtliche Zuverlässigkeit“ dort ebenfalls nicht mehr gegeben.
Im LPT-Labor in Hamburg-Neugraben wurde vor allem an Mäusen experimentiert

„Aufgrund der Erkenntnisse, die wir in den vergangenen Wochen durch die gründliche Prüfung der Akten gewinnen konnten, haben wir entschieden, der Firma LPT die Erlaubnis zur Tierhaltung mit sofortiger Wirkung zu entziehen“, sagte Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), Hamburgs Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz.

„Damit dieser Widerruf rechtssicher erfolgen konnte, war es vor allem nötig, die Akten und Informationen der Staatsanwaltschaft sowie den Bescheid des Landkreises Harburg über den LPT-Standort Mienenbüttel in Niedersachsen sorgfältig auszuwerten. Nun muss eine tierschutzgerechte Unterbringung für die Tiere sichergestellt werden.“
„Verstöße machen auch vor einer Landesgrenze keinen Halt“

Dafür setzte die BGV dem Pharmaunternehmen eine dreiwöchige Frist. Alle Labortiere müssen bis dahin an „geeignete Dritte“ abgegeben werden. Im LPT-Labor in Hamburg-Neugraben liefen vor allem Versuche an Mäusen und anderen Nagetieren

„Verstöße machen auch vor einer Landesgrenze keinen Halt“, sagte Christiane Blömeke von den Grünen. „Ich erwarte, dass die Schließung zweier LPT-Standorte nun auch Auswirkungen auf den verbleibenden Standort in Schleswig-Holstein hat.“




„Wir begrüßen den Schritt der Hamburger BGV, der an die konsequente und professionelle Arbeit niedersächsischer Behörden anschließt. Wer Tiere quält und solche Zustände zulässt, darf keine Chance haben“, sagte Friedrich Mülln von der „SOKO Tierschutz“.
LPT-Labor in Löhndorf rückt ins Visier der Aktivisten

Nun rückt das letzte LPT-Labor in Deutschland in den Fokus der Tierschützer. Gegen das LPT-Labor in Löhndorf im Landkreis Plön (Schleswig-Holstein) laufe der „SOKO Tierschutz“ zufolge ebenfalls ein Strafverfahren wegen Tierquälerei und dem Verdacht auf eine verfälschte Tierversuchsstudie.

„Wir fordern von der Regierung und den Behörden in Schleswig-Holstein die gleichen, konsequenten Maßnahmen wie in Hamburg und Niedersachsen. Wer dort als Gefahr für Mensch und Tier gilt, darf nicht unbehelligt bleiben“, so Mülln weiter.

Für den 22. Februar haben die Aktivisten bereits zu einer Großdemonstration in Kiel aufgerufen:


Auch vor der Schließung des Labors hatte es Proteste und eine Mahnwache gegeben. Das Interesse an der Entscheidung war so groß, dass zeitweise der Livestream von der Bürgerschaftdebatte, bei der der Gesundheitsausschuss das Thema „LPT“ diskutierte, ausfiel.


Tierversuchs-Studien sind kaum auf Menschen übertragbar

Aufgedeckt wurden die Verstöße gegen das Tierschutzgesetz durch die LPT-Labore im Herbst 2019, als ein Aktivist der „SOKO Tierschutz“ Videos aus einer Undercover-Recherche im Labor in Mienenbüttel veröffentlichte. Daraufhin gingen bei Demonstrationen in Mienenbüttel und Hamburg jeweils Tausende Menschen gegen Tierversuche auf die Straße. Versuche an Tiere sind umstritten, weil die dort gewonnenen Ergebnisse Experten zufolge nur schwer auf Menschen übertragbar sind.

„Alleine 95 Prozent der Medikamente, die sich im Tierversuch als sicher und wirksam gezeigt haben, fallen beim Test am Menschen durch – weil sie nicht wirken oder hochgradige Nebenwirkungen verursachen. Von den fünf Prozent, die auf den Markt kommen, fallen dann nochmal ein Drittel durch“, sagte etwa Gaby Neumann vom Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ im DeineTierwelt-Podcast „Pet-Talks: Klartext“.

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