Mannheim: Keine Steuer mehr für Hunde aus dem Tierheim

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Es ist als Entlastung für das Mannheimer Tierheim gedacht: Wer sich für einen Hund des ansässigen Tierschutzvereins entscheidet, soll belohnt werden. Dafür hat die Stadt eine Satzungsänderung angeschoben, die Besitzer eines Vierbeiners aus dem Tierheim von der Hundesteuer befreien soll.

Angeschafft, überfordert, abgegeben: Jährlich landen unzählige Vierbeiner in deutschen Tierheimen.
Der Deutsche Tierschutzbund listet bundesweit über 500 Tierheime, viele städtische und private Einrichtungen sind dabei noch nicht mal erfasst. Trotzdem klagen viele Vereine über akuten Platzmangel.
Hundeführerschein reicht als Anreiz nicht aus

Auch das Tierheim in Mannheim sei dauerhaft überbelegt, heißt es im offiziellen Papier einer Kooperation aus Linke, die PARTEI und Tierschutzpartei in Mannheim. Aus diesem Grund reichte das politische Trio Mitte Dezember letzten Jahres einen Antrag auf Befreiung der Hundesteuer im Gemeinderat ein. Aktuell zahlt ein Hundebesitzer in Mannheim für den Ersthund 108 Euro im Jahr, für jeden weiteren 216 Euro. Wer einen Hund aus dem Tierheim aufnimmt, genießt allerdings jetzt schon steuerliche Vorteile.


Damit ist die Stadt am Rhein nicht alleine – auch andere deutsche Städte ziehen mit. Der Bund der Steuerzahler hat für Nordrhein-Westfalen eine Übersicht zusammengestellt. Sie listet tabellarisch die Freistellung von der Hundesteuer nach Städten und Gemeinden für das Jahr 2019 auf.

Die Dauer jener Befreiung oder Ermäßigung ist dabei höchst unterschiedlich: Wo die Gemeinde Legden den Hundebesitzern im ersten Jahr lediglich die Hälfte der Hundesteuer erlässt, sind es in Salzkotten ganze drei Jahre Vollbefreiung.

Der Mannheimer Initiative war das offenbar nicht genug: „Der Anreiz, durch die Übernahme eines Tierheimhundes ein Jahr oder bei Nachweis eines Hundeführerscheins zwei Jahre in den Genuss der Befreiung von der Hundesteuer zu kommen, reicht offenbar nicht aus“, begründete sie den Antrag.
Befreiung von der Hundesteuer entlastet Tierheime

In Mannheim können Hundebesitzer seit mehr als drei Jahren einen Hundeführerschein machen – eine zweite Option der Hundesteuer zumindest zeitweise zu entgehen. Auch diese Option macht in anderen Ecken des Landes schon Schule.

Der Schein wird von Vereinen und Institutionen ausgestellt, wenn der Halter zum Beispiel gut über die rassespezifischen Eigenschaften seines Hundes informiert ist und er dessen Körpersprache zu deuten weiß. Im Abschluss gibt es eine praktische Prüfung, eine Art Check-Up im Alltag.

Die komplette Befreiung von der Hundesteuer für Tierheim-Hunde sei dennoch ein größerer Anreiz und kann so „zur Entspannung der Situation im Tierheim beitragen“, heißt es im Antrag weiter. Im Gemeinderat der Stadt fand dieser Vorschlag Anklang.

„Eine tolle Idee“, findet auch Mannheims Tierheim-Chef Herbert Rückert im Gespräch mit der „Bild“. „Dadurch finden hoffentlich bald mehr unserer Schützlinge ein neues Zuhause.“ Nach einer rechtlichen Prüfung steht der Hundesteuerfreiheit in der Stadt am Rhein nichts mehr im Wege.

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